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Abschied vom Schützenfest

Sportschießen und Traditionsschießen - das ist die Basis der meisten der 15 000 Schützenvereine in Deutschland. Beim Schützenverein Adendorf, gegründet 1924, soll das künftig anders sein: "Ab sofort regiert der Sport in Adendorf" umschreibt es Thomas Schmid, Vereinspräsident seit 2010. Erste radikale Veränderung: Ein Schützenfest, so hat es die Jahreshauptversammlung jetzt beschlossen, wird es in diesem Jahr, und wohl auch in Zukunft, nicht mehr geben.

Präsident Schmid: "Die Neubesetzung dieser Vorstandspositionen geht einher mit der bereits vor Jahresfrist eingeleiteten strategischen Neuausrichtung hin zum modernen Schießsportverein." Damit, so Schmid, werde der Schützenverein Adendorf der wachsenden Mitgliederzahl und den Interessen der Abteilung Sportschützen gerecht, die mittlerweile mehr als die Hälfte der aktiven Mitglieder umfasst. Insgesamt gehören dem Verein, nach zahlreichen Austritten aber auch vielen Eintritten aktuell etwa 130 Mitglieder an.

Im vergangenen Jahr, so Schmid, sei weiter "massiv in die Renovierung und den Ausbau der Großkaliber-Schießstände investiert" worden. Diese seien inzwischen fertiggestellt und warten nur noch auf die Abnahme durch die zuständige Behörde. Trotzdem, so Thomas Schmid, "ist der Verein inzwischen schuldenfrei". Und die Baumaßnahmen sollen weitergehen: Für das laufende Jahr ist "eine groß angelegte Renovierung der Außenfassade und eine Modernisierung der Räumlichkeiten im Clubhaus" geplant. Schmid: "Dies geschieht, wie auch letztes Jahr, durch vorhandene Eigenmittel, Spenden und Eigeninitiative der Mitglieder." Durch diese Maßnahmen erhoffen sich die Sportschützen weiter wachsenden Zulauf. Und sie blicken noch weiter. Schmid: "In Kürze soll mit der Planung zur Erstellung einer Schießbahn für Großkalibergewehre begonnen werden."

Die Adendorfer Sportschützen, so Schmid, möchten für alle aktiven Schießsportler und für jene, die es noch werden wollen, eine interessante sportlich orientierte Alternative bieten. Schmid: "Dass dieses Konzept aufgeht, beweisen die zahlreichen Neueintritte der letzten Wochen und Monate und das erkennbar wachsende Interesse der Bevölkerung. 24 weitere Eintritte erwarten wir in Kürze von Mitgliedern der Freien Sportschützen Adendorf 04." Weiterer Schwerpunkt sei die kontinuierliche Entwicklung der Bogensportabteilung.

Aufgrund des stetig nachlassenden Interesses großer Teile der Mitglieder und der Bürger an einem Schützenfest in Adendorf, so Schmid habe die Versammlung für 2011 beschlossen, kein Fest zu veranstalten.

Martin Vogel, allgemeiner Vertreter von Bürgermeister Joachim Pritzlaff, sagt: "Die Entwicklung des Traditionsschießens und die Streichung des Schützenfestes bedaure ich natürlich. Aber die Entwicklung war wohl abzusehen. Schade, dass sich nicht Jüngere gefunden haben, die die Tradition fortsetzen." Fritz Tolle, seit 30 Jahren im Verein, zehn Jahre dessen Präsident und sechs Jahre Vizepräsident: "Ich weiß nicht, wie es für uns Ältere weitergehen soll. Ich nehme mir erst einmal eine Auszeit."

Quelle: www.landeszeitung.de



Letzte Aktualisierung: 12.05.2012
ISSN - 2190-9881





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