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Böllerfrauen lassen es kräftig krachen
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Die Befürworter der Frauenquote hätten ihre helle Freude.
In der Abteilung „Böllerschützen“ des Schützenvereins Barbarossa in Fenken in der Gemeinde Schlier sind gleich fünf Frauen vertreten – und das bei 14 Gesamtmitgliedern.
Fesch in Janker und krachledernder Hose sind sie selbstbewusst und haben keinerlei Berührungsängste mit ihren männlichen Schießgesellen. Dabei sind sie wohlgelitten im Verein. Vorstand Georg Friedrich ist voll des Lobes. „Ohne unsere Frauen wären wir aufgeschmissen und könnten den Verein gar nicht umtreiben“, sagt er anerkennend.
Immerhin sind von 230 Mitgliedern im Schützenverein 40 Prozent Frauen, die vorwiegend mit dem Luftgewehr schießen und auch an Wettkämpfen erfolgreich teilnehmen. Das Luftgewehrschießen hat allerdings mit dem „Böllern“ rein gar nichts zu tun. Hier geht es nicht um Wettbewerbe und Treffsicherheit; hier geht es um Schwarzpulver und Vergnügen. „Weil es einen Mords Krach macht, Spaß bringt und spektakulär ist“, antwortet Karin Rundel, eine der fünf Böllerschützinnen auf die Frage nach den Gründen, in einer doch männlichen Domäne aufzutreten. „Und weil es sehr gesellig ist“, ergänzt ihre Vereinskameradin Karin Arszol und lacht.
So ganz einfach ist das Ganze jedoch nicht. Schon das Schießgerät – als Handböller bezeichnet – erfordert Kraft. Allein beim Anheben – es wird ja senkrecht in die Luft geschossen – müssen fünf Kilogramm gestemmt werden. „Wir nehmen dazu beide Hände, die Männer nur eine“, verrät Hannelore Klein.
Fast alle Böller wurden fachkundig aus Holz und Metall von den Männern im Verein gebaut. Will man einen kaufen, müssen dafür je nach Ausstattung zwischen 600 und 800 Euro hingeblättert werden. Ist er fertig, kommt die Kontrolle. „Der Böller muss als erstes zum Beschussamt nach Ulm zum beschießen“, erklärt Doris Haag. Dort werde ermittelt, wie viel Gramm Pulver man einfüllen und stopfen kann. Alle fünf Jahre müsse das – wie beim TÜV – kontrolliert werden. Bei den Frauen werden etwa 16 Gramm Schwarzpulver für einen Schuss eingefüllt.
Ist das Pulver im Rohr wird ein Korken mittels eines Hammers fest ins Rohr geschlagen. Das bezeichnet man als „stopfen“.
„Männer haben Ladehemmung“
Ein Zündhütchen wird aufgesetzt und der Hahn gespannt. Der Gehörschutz wird aufgesetzt und dann erfolgt ein ohrenbetäubender Knall. Gerne gehört jetzt in der Fasnet, beim Aufstellen von Narrenbäumen, aber auch bei Hochzeiten, Jubiläen, runden Geburtstagen und kirchlichen Festen.
Sehen die Frauen einen Unterschied beim Böllern zu ihren männlichen Kollegen? „Die Männer haben oft Ladehemmung“, meint Hannemarie Gumpfer und lacht mir ihren Böllerschwestern. „Man muss das Rohr normalerweise nach jedem Schießen gründlich putzen, und einige Männer machen das nicht so sorgfältig“, ergänzt sie, jetzt unter lauthalsem Lachen der anderen Frauen.
Quelle: www.schwäbische.de
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Letzte Aktualisierung:
12.05.2012 ISSN - 2190-9881
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