|
|
Schützenfest Hannover 2011
|
Seit bald 500 Jahren lassen die Schützen es in Hannover so doll knallen wie nirgends sonst auf der Welt.
01.07.2011 - 10.07.2011
Tradition verpflichtet - 481. Schützenfest von Hannover
Deutschland hat eine ganze Reihe von Volksfesten, die zu den größten Festen der Welt gehören, z.B. das Oktoberfest in München und den Wurstmarkt in Bad Dürkheim, das größte Weinfest der Welt.
Das Schützenfest in Hannover schmückt sich ebenfalls mit einem Superlativ, ist es doch das größte Schützenfest der Welt. An 10 Tagen im Juli geht es rund für Jung und Alt! Und zwar seit bald 500 Jahren.
Auf dem rund zehn Hektar großen Schützenplatz Hannover findet es statt.
Das inzwischen 482. Schützenfest ist das Sommer-Highlight in Norddeutschland. Über 2,5 Millionen Besucher werden auf dem großen Festplatz erwartet – auf 5 Kilometern Länge reiht sich eine Attraktion an die nächste:
Adrenalin pur versprechen unzählige Fahrgeschäfte, insgesamt 260 Schausteller verwandeln den Festplatz in einen riesigen Vergnügungspark.
In kulinarischer Hinsicht bleiben keine Wünsche offen. Von Altbier bis Zuckerwatte lässt es sich ausgiebig durch die Imbissstände schlemmen, Biergärten warten auf durstige Kehlen. Das Hauptfestzelt verwöhnt seine Gäste mit deftiger Bierzeltatmosphäre, zünftigen Speisen und volkstümlicher Musik. Zu aktuellen Chart-Hits laden vier weitere Partyzelte bis in den Morgen zum Feiern ein.
Das Schützenfest beginnt mit der traditionellen Bruchmeisterverpflichtung (nach altem Brauch sorgen die Bruchmeister für Anstand und Ordnung auf dem Festplatz) und endet mit dem Zapfenstreich hinter dem Neuen Rathaus.
Weitere Highlights sind der bunte Schützenausmarsch und spektakuläre Feuerwerke an den Schützenfest-Freitagen.

Geschichte:
Die erste urkundliche Erwähnung des hannoverschen Schützenwesens geht auf einen Brief von Herzog Wilhelm dem Siegreichen an den Rat der Stadt 1468 zurück. Darin beschwerte er sich über die wehrsportlichen Übungen der Hannoveraner. Ihm war bekannt geworden, dass die Hannoveraner mit Armbrüsten auf einen an einer Stange befestigten bunten Holzpapageien schossen, wenn sie mit ihrem Landesherren in Fehde lagen. Armbrust und Gewehr waren damals Verteidigungswaffen zum Schutz der Stadt. Aus den sportlichen Übungswettkämpfen in Friedenszeiten ergab es sich, dass die besten Schützen mit Preisen und Auszeichnungen geehrt wurden.
Der Grundstein zum Fest wurde 1529 gelegt, als Herzog Erich I. von Calenberg-Göttingen Hannover mit dem Privileg ausstattete, jährlich ein Schützenfest zu feiern.
Um Ausschreitungen während der Schützenfeste zu verhindern, wurde bereits im Jahre 1575 eine Schützenordnung erlassen, die den Festbetrieb regelte. Im Jahre 1710 wurden dann die sogenannten Bruchmeister bestellt, die als Hilfsbeamte offiziell für einen geregelten und geordneten Ablauf des Schießens zu sorgen hatten. Bereits seit dem Jahr 1303 sorgten die Bruchmeister in Hannover – als offiziell bestellte städtische Ordnungspersonen – für die Einhaltung der städtischen Gesetze und Verordnungen. Die Aufgaben der Bruchmeister sind über die Jahrhunderte gleich geblieben.
Während die Schützen von Anfang an in ziviler Kleidung antraten, entstand 1837 eine neue Schützenordnung. Sie gestattete, dass gleichmäßig gekleidete Gruppen auftraten. Daher gilt 1837 als Geburtsstunde der Schützenvereine, weil sich seitdem in den Stadtteilen unterschiedliche Schützenvereinigungen herausbildeten. In Hannover gibt es derzeit (2008) fast 90 Schützenvereine und -gesellschaften.
Der Baller-Kalle ist seit 1975 das Maskottchen vom Schützenfest Hannover. Der Baller-Kalle stellt eine laufende Schießscheibe mit zwei Füßen und einem Schützenhut dar. Seit 2005 gibt es ihn auch als Plüschversion. Jedes Jahr erscheint der Baller-Kalle als kleine Anstecknadel mit der Jahreszahl.

Ablauf
Am Samstag vor der Eröffnung gibt es den Tag der Musikzüge, bei dem mehrere Spielmannzüge sternförmig durch die Innenstadt zum Kröpcke marschieren, um dort ein gemeinsames Abschlusskonzert zu geben. Ebenfalls in diesem Zeitraum wird in der Grupenstraße das Volksschießen veranstaltet. Die Grupenstraße dient vor und während des Schützenfestes als Schützenstraße, welche grün-weiß und mit den Photos der Schützenkönige geschmückt ist.
Die eigentliche Schützenfesteröffnung findet am Eröffnungsfreitag in der Kuppelhalle des Neuen Rathauses statt. Dort werden vom Oberbürgermeister die Bruchmeister verpflichtet, sowie die Besten vor den Scheiben und die niedersächsisches Landeskönige geehrt. Anschließend marschieren alle Teilnehmer mit mehreren Musikkapellen zum Schützenplatz. In der Festhalle Marris, dem Hauptfestzelt, eröffnet der Oberbürgermeister mit dem Fassanstich das Schützenfest. Danach werden drei Böllerschüsse abgegeben. Im Anschluss gibt es ein Höhenfeuerwerk.
Am Samstag Vormittag findet ein ökumenischer Gottesdienst in der Marktkirche mit musikalischer Untermalung statt. Der Sonntag steht ganz im Zeichen des Schützenausmarsches. Vor dem eigentlichen Marsch werden die Ehrengäste im Neuen Rathaus empfangen. Nach der Ansprache des Oberbürgermeisters vor dem Rathaus spielen die Musikzüge gemeinsam den Auftaktmarsch. Im Anschluss setzt sich der zwölf Kilometer lange Festumzug in Bewegung in Richtung Schützenplatz.
Am Montag, Dienstag und Mittwoch werden die Schilde des ersten, zweiten und dritten Tages ausgegeben. Ebenfalls am Montag wird der Rosamontag veranstaltet, und Dienstag ist der Promitag.

Das Festessen der Schützen findet am Dienstag in der Festhalle Marris statt. Ebenfalls dort findet am Donnerstag der traditionelle Handwerker-Abend statt. Donnerstag zieht ebenfalls das Collegium der ehemaligen Bruchmeister mit musikalischer Begleitung über den Schützenplatz. Mittwochs ist immer Familientag mit Ermäßigungen von bis zu 50 Prozent. Am letzten Freitag wird nochmal ein Höhenfeuerwerk abgeschossen und ein Sommer-Biathlon veranstaltet. Die Schützenhauspokale werden Samstag ausgegeben. Der Abschlusssonntag beginnt mit dem Jazz-Frühschoppen und endet mit dem Fackelzug vom Schützenplatz zum Neuen Rathaus, wo der Zapfenstreich abgehalten wird.
Quelle: Wikipedia
|
|
Letzte Aktualisierung:
01.02.2012 ISSN - 2190-9881
|
|