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Weltjugendtag: Jugend - Glaube und ....Schützen ?
Lachen, Fröhlichkeit, Spaß. Deutschland wird überrollt von diesen jungen Menschen. Erstaunlich wenn einem bewusst wird dass die meisten dieser Jugendlichen aus Ländern kommen in denen es nicht so rosig aussieht wie bei uns in Deutschland.
„Von denen können wir noch einiges lernen…!“ war in diesen Tagen gleichfalls eine oft gehörte Redensweise von Menschen unserer Stadt die sich zur mittleren Altersgruppe zählen. Gemeint war damit das Lachen und die Fröhlichkeit, Fähigkeiten die wir scheinbar ob unseres täglichen Stresses verlernt haben….
Schauen wir vielleicht eher dorthin wo wir sehen was wir alles nicht haben, an unseren wahren Reichtümern wie Partnerschaft, Freundschaft oder Gesundheit vorbei?
Bemerkenswert auch mit welcher Selbstverständlichkeit sich diese Jugend zum Glauben bekannte - und die Reaktion darauf. Noch vor einigen Jahren hätten diese jungen Christen vielfach ungläubige und mitleidsvolle Blicke geerntet. Heute war es Respekt auf breiter Front der ihnen entgegengebracht wurde.
Ein deutlicher Wandel hat sich in den letzten Jahren innerhalb unserer Gesellschaft vollzogen, vieles wird sich weiterhin ändern. „Alte Werte“ erleben eine Art Wiedergeburt und werden wieder populär. Dazu zählt auch der Begriff „Glaube“ den wir Schützen uns auf unsere Fahnen geschrieben haben.
Manchmal allerdings frage ich mich ob sich so manche Kameraden dafür schämen !?
Bei der Eröffnungsveranstaltung zum Weltjugendtag stellte sich das Düsseldorfer Brauchtum vor. Ganz groß dabei: die Karnevalisten. Die Schützen fehlten, obgleich ..das Wort „Glaube“ Nähe und Verbundenheit zum Weltjugendtag ausdrückt. Währen nicht ein paar Regimentskönigspaare, Herolde und Tambourcorps ein netter Willkommensgruß gewesen um die Gäste aus aller Welt willkommen zu heißen und zu zeigen: die Schützen sind auch da!?
Schützen waren dabei! Allein zur Sicherung der Schlafstätten stellten die Bilker Schützen rund 40 Leute ab. Warum wird das totgeschwiegen?
Schützenalltag: Zum Festgottesdienst wird die Kirche auf schnellstem Wege wieder verlassen um mit den Kameraden nebenan ein Bier zu trinken. Wirklich keine Zeit um kurz mal innezuhalten und dem lieben Gott einmal Danke zu sagen für Gesundheit und Wohlstand den wir – im Gegensatz zum Großteil dieser Welt – immer noch haben !?
Oder Angst vor der eigenen Courage?
Eigentlich unnötig liebe Schützenkameraden ! Ihr seit voll im Trend! Wer es nicht glauben mag sollte sich einmal das Buch „Deutschland 2010“ von Horst Opaschowski zur Hand nehmen. Der Leiter des weltweit anerkannten B.A.T. Forschungsinstitutes befasst sich hier mit der Zukunft unseres Landes. In eindrucksvoller Weise prognostiziert er – ebenso wie andere Zukunftsforscher auch – die Renaissance alter Werte. Er beschreibt das Ehrenamt – dazu zählen ja auch viele Tätigkeiten in unserem Brauchtum- als pure Notwendigkeit die dem Sozialstaat das Überleben ermöglicht.
Dieser Sinneswandel innerhalb unserer Gesellschaft ist nicht weiter verwunderlich. Nicht nur leere (Staats)kassen setzen hier ein jehes Ende. Was nun ? Wohin? Welche Richtung? Unzählige Fragen tauchen auf, aber glaubwürdige Antworten fehlen meist. Es ist ein schlimmes Signal wenn Umfragen belegen das 75% der Bevölkerung unseren Politikern misstrauen! Kaum ein Konzern der nicht von Korruptionsskandalen erschüttert wird....
Nicht nur die Jugend ist vielfach rat-, und orientierungslos. Der Begriff eines „Vorbilds“ orientiert sich kaum noch an materiellen Werten sondern wieder an Authentizität und Glaubwürdigkeit. Der neue Papstkult ist der sichtbare Beweis dafür.
Wir Schützen sollten stolz auf unsere Werte sein, sie sind nicht nur vorzeigbar sondern entsprechen auch den ethischen Grundsätzen eines vernünftigen Miteinanders, ohne die keine funktionierende Gesellschaft auskommen kann.
Deutschland 2005.2006, 2010….
Wenn ich sehe und erlebe welches Denken und Handeln im Schützenwesen vielfach an der Tagesordnung ist – Entscheidungen um und für die Sache selber, losgelöst von Machtpolitik – wünschte ich mir dieses auch für unser Land. In unseren Parlamenten!
Leider ist dieses Denken im Dienste einer Sache bei uns in Deutschland nicht die Regel! Dies zeigte sich auch beim Weltjugendtag. Ein großer Teil der Gäste kam aus Ländern in denen der zu entrichtende Obolus für Essen und Unterkunft (176,- €uro) sehr viel Geld ist. Teilweise hatten Familien lange dafür gespart. Trotzdem blieben Tausende ! ohne Essen.
An anderen Verteilungspunkten wurde Essen als Tiefkühlblock angeliefert. Als diese nach Stunden aufgetaut waren wurde den hungrigen Mägen das Essen verwehrt. Ein Beamter des Gesundheitsamtes stellte fest das die Suppe die vorgeschriebene Temperatur um 2 Grad unterschritt! Als dann nach neuerlicher Wartezeit die Suppe heiß genug war durfte trotzdem kein Proviant ausgegeben werden. Das Zelt hatte nur eine Rückwand und war nicht wie vorgeschieben von 3 Seiten geschlossen....!
Ein ähnliches Dilemma in Düsseldorf Flehe: in der dortigen Schule sollten 120 Pilger untergebracht werden. Der gute Mann aus der zuständigen Behörde sah das anders: höchstens 46 Leute dürfen hier übernachten... obwohl sonst 200 Kinder die Schule besuchen.
Hier erwiesen sich die Schützen als Retter in der Not. Aus eigener Kasse wurden Zelte geordert und die Jugendlichen in den Gärten untergebracht.
Nicht nur das: auch die Verpflegung wurde hier organisiert.
Deutschland 2005.....
In den Reihen der Schützen wäre solches Kompetenzgerangel kaum denkbar. Hier haben wir bundesweit tolle engagierte und couragierte Menschen mit einem gesunden Denken. Mit klaren und ethisch vertretbaren Wertvorstellungen. Gute Strukturen die kommunikativ sind und miteinander arbeiten statt gegeneinander. Darauf können und sollten wir stolz sein und sollten es auch nach Außen zeigen.
Rene Krombholz
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